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Mit Witz und Esprit
Vor zwei Jahren hat unter der Leitung des gefeierten jungen Dirigenten Gustavo Dudameldas Simon Bolivar Jugendorchester aus Venezuela eine Einspielung von Gustav Mahlers 5. Sinfonie vorgelegt, die ihrer hinreissenden Interpretation wegen die Aufmerksamkeit der Musikwelt erregte. Wenn sich vier junge Musiker dieses Orchesters, das sich selbst vor den Big Shots der Orchesterszene nicht zu verbergen braucht, sich zu einem Streichquartett namens Celsus Quartett zusammenschliessen, um den 3. und 4. Satz von Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809-1947) Streichquartett a-Moll op. 13 zu interpretieren, darf man gespannt sein, was dabei herauskommt. Bei einem Benefizkonzert zugunsten der Rheumaliga beider Basel in der Peterskirche hatte man Gelegenheit dazu.
Und in der Tat spielte das kleine Ensemble vor allem den vierten mit „Presto“ überschriebenen Satz mit einem leidenschaftlichen Duktus, der unter die Haut ging. Leider wurde diese fesselnde Interpretation wie auch der fast süsslich gespielte dritte mit „Intermezzo“ überschriebene Satz durch Intonationsprobleme vor allem bei der ersten Violine überschattet. Aber auch wenn in der folgenden Interpretation zweier Sätze aus Franz Schuberts Streichquartett op. 125, Nr. 2, E-Dur weitere kleine Schwächen zu hören waren, konnte man doch das Potential erkennen, das im Celsus Quartett steckt und das diesem jungen Ensemble eine grosse Zukunft ermöglichen könnte.
Neben einer Ansprache des Präsidenten der Rheumaliga beider Basel, Thomas Vogt, in der die möglichen Formen rheumatischer Erkrankungen beleuchtet und die Aktivitäten der Rheumaliga erörtert wurden, bildete die Liedertafel Basel einen weiteren Schwerpunkt dieses Konzertabends. Unter der Leitung von Konstantin Keiser präsentierte auch sie unter anderem Werke von Felix Mendelssohn wie die zwei mit lateinischem Text versehenen Chorlieder „Beati Mortui“ und „Pariti autem“. Leider war, wie auch in anderen gesungenen Werken, die Textverständlichkeit vor allem bei den tiefen Stimmen – mehrere der Herren taten kaum den Mund auf – nicht die beste und bei melismatischen Verziehrungen wie in Franz Schuberts Lied „Liebe“ bekundeten die Sänger etwas Mühe mit der Präzision. In punkto Intonationssicherheit und rassiger Emphase vermochte der Chor nicht nur in Werken wie „Lob der Faulheit“ oder „Meister und Gesell“ von Carl Friedrich Zelter (1758-1832) zu überzeugen. Höhe- und Schlusspunkt bildete das „Trinklied im Winter“ von Schubert, das die Liedertafel Basel mit so viel Witz und Esprit auflud, dass man sich tatsächlich in ein Trinkgelage an einem wärmenden Feuer in einer kalten Winternacht versetzt wähnte.
Rolf de Marchi, bz vom 19.11.2009
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